Hurry up, Pete!

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Ein kühler Samstagmorgen in Petersburg, Alaska. In einem der schönen kleinen Holzhäuser klingelt das Telefon. Peter Jefferson, genannt Pete, wacht auf und nimmt den Hörer ab. „Ja, wer stört?…..Was?…..Eigentlich hab ich heute meinen freien Tag, das wisst ihr schon?…….Ok…..Ja, ich bin ja schon unterwegs!“

Normalerweise hatte Pete für heute einen schönen Angelausflug geplant aber daraus wird wohl erst mal nichts werden. Ein Kollege ist krank geworden und am DeBoers Lake wartet eine junge Wandererin und möchte gerne abgeholt werden. Pete schmeißt sich in seine Klamotten und jagt dann noch einen Kaffee den Rachen hinunter. Kurz darauf sitzt er schon im Pick-up und ist auf dem Weg zur Seaplane-Base von Petersburg. Das Wetter soll heute schön recht schön werden und der Trip zum DeBoers Lake ist wirklich nur ganz kurz. Vielleicht eine Stunde oder so wird er heute unterwegs sein, denkt sich Pete und parkt den Wagen vor dem Büro. Am Schlüsselbrett hängt nur noch ein Schlüssel. Er gehört zu einer knallgelben Piper Cub mit Schwimmern. Eigentlich das ideale Flugzeug für diesen kleinen Einsatz. Schnell checkt Pete die wichtigsten Sachen. Der Tank ist fast voll, der Ölstand sieht auch gut aus und auch sonst hat er an diesem Morgen keine Beanstandungen. Zurück im Büro füllt er schnell noch den Flugplan aus und schnappt sich die Karten die er heute benötigen wird. Oder eigentlich auch nicht. Pete kennt die Tongass Fjords wie seine Westentasche. Seit Jahren fliegt er hier schon für verschiedene Unternehmen Passagiere und Fracht.

So, eigentlich kann es jetzt losgehen. Pete wirft den Motor an und lässt ihn warmlaufen. Währendessen hört er nochmal die aktuelle ATIS ab und meldet sich anschließend beim Tower vom Petersburg Airfield. Rasch werden die neuesten Infos an diesem Morgen ausgetauscht und dann meldet die Anzeige für die Öltemperatur einen zufriedenstellenden Wert. Langsam schiebt Pete den Leistungsregler nach vorne und wendet die Nase der Cub gen offenen Hafen. Das freie Gewässer vor sich schiebt er den Regler weiter nach vorne und lässt die Cub auf dem Wasser beschleunigen. Nach einer kurzen Strecke verlassen die Schwimmer das Wasser und langsam steigt die Cub ihrem Element entgegen. Erst einmal wird Pete den Frederick Sound überqueren und dann an der Küste entlang in Richtung Norden fliegen. Er lässt die Cub noch ein wenig steigen und trimmt die Maschine für den Geradeausflug.

Nach kurzer Zeit erreicht er die Thomas Bay. Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück zum DeBoers Lake. Pete lässt die Cub sinken und nimmt schonmal Maß für die Landung auf dem See. Ganz am anderen Ende steht eine Hütte die immer wieder an Wanderer und Angler vermietet wird. Und da steht auch schon die junge Lady und winkt. Pete lässt die Cub dicht über dem Wasser ausschweben und tuckert langsam Richtung Ufer. Wenige Meter vor dem Kies schaltet Pete den Motor aus und lässt das Flugzeug langsam treiben. Er klappt die Tür auf und die kühle Morgenluft weht in die Kabine. „Hi, ich bin Pete! Sieht so aus als hätten wir nen Termin heut morgen!“ Sie lachtund wirft ihm ihren Rucksack zu. Der ist rasch verstaut und auch der Passagier ist nach einem kurzen Hüpfer sicher an Bord gelangt. Auch sie stellt sich kurz vor, Kate Stevens heißt sie und war ganze 2 Wochen allein hier in der Wildnis unterwegs.

Nur 5 Minuten später dreht sich der Propeller schon wieder und Pete beschleunigt um abzuheben. Die Sonne scheint und erwärmt die Luft am Boden. Na, der Rückflug könnte also etwas holprig werden. Hoffentlich hat Kate einen stabilen Magen. Denn die berühmten Tüten gehören nicht zur Grundausstattung dieser Piper. Kurz darauf liegt wieder der Frederick Sound unter ihnen und nach Petersburg sind es nur noch wenige Flugminuten. Es scheint das Kate ganz Wetterfest ist. Jedenfalls scheint ihr der Flug zu gefallen. Gegen Ende dreht Pete nocheinmal eine kurze Runde über Petersburg um dann die Maschine sicher im Hafen zu landen. Er legt gleich an der Tankstelle an denn die Piper könnte wieder ein wenig Sprit vertragen. Kate hat sich ziemlich schnellverabschiedet, sie muss ihren Anschluss mit Alaska Airlines am Flughafen bekommen.

Derweil macht Pete die Piper wieder am Dock fest, trägt den Flug in sein Logbuch ein und hängt anschließend den Schlüssel wieder weg. Und dann geht es ab nach Hause. Denn schließlich hat er ja heute eigentlich frei und da wartet sicher noch ein dicker Fisch auf ihn in irgendeinem schönen See in der Nähe.

Doch der nächste Auftrag kommt bestimmt und dann wird Pete sich wieder gerne in die Lüfte über den Tongass Fjords erheben.

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#3 USA 2007 – Andere Länder, andere Sitten

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Von meiner ersten Nacht in den USA habe ich kaum etwas mitbekommen. Die meiste  Zeit habe ich tief und fest geschlafen. Sonntagmorgen habe ich dann das erste Mal Brigadoon Drive bei Tag in Augenschein nehmen können. Danach stand natürlich erst  mal Frühstücken auf der Tagesordnung. Dank des tollen Wetters an diesem Tag waren die Strapazen der langen Reise schnell vergessen. Und auch vom Jet-Lag hatte ich bisher noch nicht viel mitbekommen. An diesem Morgen durfte ich mich auch das erste Mal wundern. Denn nach dem Frühstück wollten wir schnell mal zum Aldi fahren ein paar Sachen einkaufen. Ähem, wie bitte? Es gibt hier einen Aldi? Und der hat auch noch Sonntags auf? Tatsache, es gibt Aldi in den USA und er hat Sonntags auf. Wenige Minuten mit dem Auto später stand ich auch das erste Mal vor einem amerikanischen Aldi und vor den Einkaufswagen. Hier durfte ich dann mal kräftig schmunzeln. Denn was für uns völlig selbstverständlich ist bedarf hierzulande wohl noch Erklärungsbedarf. Wir stecken ohne lange drüber nachzudenken einen Euro in den Schlitz und fahren mit dem Einkaufswagen von dannen. In den Staaten ist das normalerweise anders, hier gibt es Einkaufswagen ohne Pfand. Nur nicht bei Aldi, die möchten einen Quarter geliehen haben. Und damit der Durchschnittsami das auch versteht hängt über den Wagen ein großes Schild, das einem erklärt warum man hier einen Quarter reinstecken soll. Das senkt nämlich die Preise! Aldi stellt niemanden an um auf dem Parkplatz die stehen gelassenen Einkaufswagen einzusammeln. Woanders scheint das hier wohl üblich zu sein. Drinnen fühlt man sich dann fast wie zuhause. Natürlich gibt es hier andere Produkte, aber im Grunde sieht ein amerikanischer Aldi nicht viel anders aus als ein deutscher.

Danach sollte es noch schnell zur Bank gehen. Natürlich auch wieder mit dem Auto. Irgendwie ist hier einfach alles nur auf Autos ausgerichtet. So braucht man zum Geldabheben auch gar nicht aus dem Auto auszusteigen. Praktischerweise gibt es einen Autoschalter. Da wundert einen die Figur von so machem Einheimischen nicht merh wirklich.

Einer der ersten Ausflüge führte uns auch an den Mississippi.  Den Fluss kannte ich bisher auch nur aus Lucky Luke Comics. Außerdem durfte ich ab und an auch mal das Steuer übernehmen um mich für die kommenden längeren Fahrten schon mal ein wenig an die US-Verkehrsregeln zu gewöhnen. Autofahren in den Staaten macht sehr viel Spaß. Vor allem wenn man die Fahrerei in Europa und speziell in Deutschland gewohnt ist. Insgesamt ist einfach alles viel größer und entspannter. Der Verkehr ist lange nicht so dicht wie bei uns. Am praktischsten finde ich das 4-Stopp-System. An Kreuzungen gibt es einfach 4 Stoppschilder und jeder hält grundsätzlich erstmal an.Wer zuerst kommt darf auch als erster wieder fahren. Oder man einigt sich mit den anderen Beteiligten. Grundsätzlich darf man auch an roten Ampeln einfach rechts abbiegen, natürlich auch nur wenn frei ist 🙂 Was mich überrascht hat, ist die Tatsache wie schnell man sich von KPH auf MPH umstellen kann. Nach 2 Tagen waren innerorts nicht mehr 50 normal sondern 35. Und auch der Blick für die etwas anders gestalteten Schilder stellte sich rasch ein.

In diesen ersten Tagen lernte ich die nähere Umgebung von Shoreview sowie Saint Paul kennen. Es gingen aber auch die Planungen für die erste größere Tour los. Die Fahrt sollte uns nach Norden nach Duluth und den Lake Superior führen. Einer der großen Seen. Dort würde es noch deutlich kühler sein als hier aber dafür würde es auch viel großartige Natur zu sehen geben. So hieß es also für mich eine Tasche packen mit den Sachen von denen ich der Meinung war ich könnte sie an den paar Tagen gut gebrauchen. Der Rest samt Koffer würde in Shoreview zurückbleiben.  Insgesamt galt es 145 Meilen auf der I35 zurückzulegen.

Was ich auf der Fahrt nach Duluth und am Lake Superior erlebt habe gibts dann im 4. Teil zu lesen. Also bleibt gespannt!

Ein Schwein ruft mich an….

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Hey, wer kennt das nicht, da sitzt man nichtsahnend im Wohnzimmer und genießt den neuesten Tatort, da klingelt das Telefon und man bekommt von einer sanften Automatenstimme mitgeteilt, dass man wieder ein Auto gewonnen hat. Mal erhlich, so langsam weiß ich nicht mehr wohin mit den ganzen Autos. Irgendwo da draußen in den unendlichen Weiten des Universums muss es einen Planeten geben, bevölkert von einsamen Robortern die einen tragischen Überschuss an Automobilen zu beklagen haben. Zum Glück ist ihre einzige Leidenschaft das Telefonieren und so lassen sich Glück und Ungkück perfekt miteinander verbinden. Die Roboter können telefonieren und werden gleichsam diese lästigen Autos los.

Da lobe ich mir doch die Marketingfirmen die völlig sinnloserweise Menschen einstellen um mich anzurufen. Mich! Den vielumschwärmten Kunden. In ihrem Übrschwang rufen dann sogar manchmal Firmen an deren Kunde ich noch gar nicht bin. Im Gegensatz zu den etwas sturen Automaten kann man sich jedoch mit den Damen und Herren aus dem Call-Center gerne mal einen Spaß erlauben. Schließlich gehen sie mir ja zuerst auf den Keks. So lässt sich so manches Konzept des geneigten Störenfriedes rasant aus dem Tritt bringen. Vornoch gar nicht allzulanger Zeit habe ich mal wieder so ein nettes Erlebnis gehabt. Eine Firma (den Namen nenn ich jetzt mal nicht) ruft an und möchte einen Kundenzufriedenheitsumfrage machen. Naja, so wirklich Kunde bin ich bei Ihnen ja nicht. Doch, hundertprozentig sei ich Kunde sonst hätte sie mich ja nicht in der Datenbank. Ob ich denn grade ein wenig Zeit hätte? Eigentlich ja nicht. Wann sie denn nochmal anrufen dürfe? Mmh, Werbung soll eigentlich gar nicht mehr anrufen. Ohoh, da hatte ich was gesagt… Das sei ja keine Werbung sondern eine Zufriedenheitsumfrage. Gut, denke ich mir und sage prombt: Na dann ist die Zufriedenheit gerade gesunken. Das sorgt dann für ein wenig Unverständnis auf der anderen Seite der Leitung. Warum das denn?? Na, ganz einfach, weil ich Werbeanrufe nicht mag und deshalb jetzt ein wenig unzufriedener mit diesem Unternehmen bin. Das sei ja gar keine Werbung, versucht sie mich noch zu überzeugen. Von mir aus kann sie das ja halten wie sie will, aber mit jedem Anruf sinkt die Zufriedenheit. Ich meine, die müssen ja wissen was sie tun und was sie erreichen wollen. Jedenfalls sind wir am Ende dieses Telefonats folgendermaßen verblieben: Ich habe den Anruf des Unternehmens zur Kenntnis genommen und werde dieses Unternehmen bei meinen nächsten Einkäufen ignorieren.  Mit diesem Ergebnis war die Dame im Call-Center leider nicht so glücklich. Jedenfalls klang sie leicht enttäuscht. Gut, mir ist bewusst das die Menschen da am Telefon nur das letzte Glied in der verhängnisvollen Kette des Telefonmarketings sind, aber trotzdem rufen die ja schließlich bei mir an.

Würde sich jeder so bei solchen Anrufen verhalten, ich glaube es wäre bald Schluss mit dieser unschönen Form der Werbung. Denn eines wollen Unternehmen mit dieser Form der Werbung ja wohl nicht erreichen: Unzufriedenheit. Wir müssen ihnen nur jedesmal klarmachen, dass dieser Anruf nun ein Grund ist, Produkte dieses Unternehmens zu meiden.

Da oben….

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Ich bin mal wieder dabei die fast unendliche Datenbank von www.Airliners.net zu durchforsten. Hier laden Piloten und Hobbyfotografen ihre Fotos von Flugzeugen und Flughäfen hoch. Während ich mir hier also all diese Bilder anschaue kommt mir wieder die Frage: Was faszinierert mich daran so sehr? Und ich gehöre ja wirklich schon zu den Typen die wenn sie nur den leisesten Hauch eines Triebwerkes hören, den Kopf gen Himmel strecken um einen kurzen Blick auf diesen Reisenden zu erhaschen. Für mich gehört zur Faszination Fliegen nicht nur der technische Teil. Vielmehr gehören auch die Faszination Wetter und die Faszination Himmel mit dazu. Die Kombination aus diesen 3 Komponenten ergibt dann manchmal Szenen die mich zum Träumen bringen. Für mich ist eine Reise mit einem Flugzeug nicht einfach ein simples sich fortbewegen. Jede Phase eines Fluges birgt seine eigenen Besonderheiten. Das zum Leben erwecken der Triebwerke, das Stehen am Start und das anschließende Aufheulen der Motoren, der Schub den man am eigenen Körper spürt, das Steigen in den Himmel durch manchmal unzählige Wolkenschichten, das Dahinjagen am Himmel auf dem Cruiselevel, der Sinkflug und das Näherkommen der Erde, das Aufsetzen und die Verzögerung und schließlich das Ersterben der Triebwerke.

Das Starten der Triebwerke ist für mich immer auch etwas besonderes. Schließlich vertraue ich mein Leben auch diesen Aggregaten an. Sie sorgen für den kontinuierlichen Schub der uns in der Luft hält, ja der erst dafür sorgt das wir diesen Ort dort oben erreichen. Das Gefühl wenn das Fahrwerk den Boden verlässt ist für mich ein unbeschreibliches. Plötzlich gleitet man einfach nur dahin. Man steigt und steigt, Eis bildet sich auf dem Fenster. Wolkenfetzen ziehen vorbei, man hört das vertrauenerweckende Summen der Engines. Die Tragfläche schneidet durch den Dunst, plötzlich wird es hell, die Wolken bleiben unter uns zurück, über uns nur das tiefe Blau eines einsamen Himmels. Alles wirkt irgendwie klarer und reiner. 30.000 Fuß unter uns zieht die Erde vorüber. Doch sie ist dort unten, alles was mich stört, was mich besorgt bleibt dort unten zurück. In diese Welt hier oben können diese Dinge nicht mitgehen. Unsere Geschwindigkeit beträgt 800 Kilometer pro Stunde doch wir nehmen das nicht wahr. Der Boden zieht langsam an uns vorbei. Es gibt keine festen Bezugspunkte hier oben. Wir vermögen nicht die Geschwindigkeit wahrzunehmen. Minus 60 Grad sind es dort draußen, jenseits der fragil wirkenden Scheibe. Viel zu wenig Sauerstoff zum Atmen und auch der Luftdruck ist weit niedriger als wir es gewohnt sind. Diese Welt dort draußen ist Lebensfeindlich. Wir können sie nur in unseren Druckröhren bereisen. Und trotzdem, es zieht mich immer wieder hierhin zurück. Hier oben spielen all die Probleme am Boden keine Rolle mehr. Wir sind zwischen den Welten. Wir sind nicht mehr hier und noch nicht dort. Wir sind auf einer Reise. Nirgendwo sonst habe ich mehr das Gefühl, das der Weg das Ziel ist.

Jede Reise geht einmal zuende, so auch diese. Wir verlassen den upper Airspace und sinken gen Erde. Langsam tauchen wir ein in die Welt der Wolken. Es wird trüb, die Sicht wird weniger. Bald kommt der Boden wieder in Sicht, wir können wieder Details entdecken. Das Eis am Fenster schmilzt. Die Klappen fahren aus, das Fahrwerk senkt sich rumpelnd in seine Landeposition. Der Anflug neigt sich dem Ende zu. Immer schneller jagt der Boden unter uns vorbei. Plötzlich taucht die Runway auf, wenige Sekunden noch dann holpert es, wir setzen auf. Die Bremsen greifen, der Schub wird umgekehrt. Wir werden langsamer, verlassen die Piste. Es knackt im Lautsprecher: „Willkommen im Dort……“ Doch für mich wird es bald wieder zum Hier. Denn dann wird es wieder ein Dort geben. Und dorthin wird mich dieses schöne, schlanke Wesen transportieren. Dieses Ding das so viele Menschen doch einfach nur Flugzeug nennen…….

#2 USA 2007 – Ja, sie war an Bord…

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So, raus aus dem Train und rein ins Terminalgewühle. Schlendernderweise bewegte ich mich langsam in Richtung des richtigen Gates. Weil ich eh noch viel Zeit hatte wollte ich schon mal in Shoreview anrufen und da ich mein Handy nicht mitgenommen hatte, blieb da nur der Griff zum öffentlichen Fernsprechhörer. Gesagt getan und trotzdem: Denkste! Das Ding nahm zwar meine Quarter-Münzen gerne an und bedankte sich auch brav per Ansagerstimme, eine Verbindung nach Minnesota wollte es aber nicht herstellen. Nach ich weiß nicht mehr wie vielen Münzen habe ich dann einfach aufgegeben. Vielleicht stehen die Teile da ja auch nur rum um einen von seiner Münzlast zu befreien. Dieses Mysterium konnte ich bis heute nicht abschließend klären. Zurück am Gate war es fast schon Zeit für das Boarding. Dachte ich jedenfalls. Delta Airlines war da noch etwas anderer Meinung. Ein kurzes Gespräch mit einem Amerikaner der ins selbe Flugzeug wollte und das Pech hatte von mir gefragt zu werden erhellte die Situation ein wenig für mich. Ein technisches Problem hielt uns noch von unserem Flug ab. So wirklich hat man uns auch nie erklärt was da nun nicht stimmte. Jedenfalls war man nach einer Weile wohl der Meinung das der Flieger für den einen Flug noch gut genug sei. Endlich saß ich wieder in einem gemütlichen Flugzeugsitz. Inklusive der Gewissheit am Ziel endlich ein Bett zu haben und Leute die mich abholen, oder war es andersrum? Nach wieder eher unspektakulären 2 Flugstunden gingen wir in den Sinkflug über um schließlich auf dem Internationalen Flughafen Minneapolis/St.Paul zu landen. Raus aus dem Flugzeug und einen ewig langen Gang entlang, davon haben die hier echt viele! Eine Treppe runter, um die Ecke und Bingo! Die Gepäckbänder! Und Juchhuu! Mein Koffer hatte es auch bis hierher geschafft. Nur leider war weit und breit nichts von meiner Tante zu sehen. Naja, sie wird schon noch kommen oder wartet woanders. Draußen war es mittlerweile schon dunkel geworden und auch die Halle leerte sich langsam aber sicher. Kurz darauf stand ich da mit meinem Koffer fast ganz allein zwischen den Bändern. Irgendwie kam mir das langsam merkwürdig vor. Wie waren doch relativ pünktlich gelandet, trotz des Hickhacks in Atlanta mit dem Technikproblem. Als ich schon erschöpft und einsam an meinen Koffer gekuschelt die Nacht auf einem Gepäckband verbringen wollte kam endlich meine Tante um die Ecke. Sie war schon lange da gewesen, hatte aber von dem freundlichen Delta-Mitarbeiter gesagt bekommen, die Maschine hätte Verspätung und sei noch nicht gelandet. Leider war er das wohl falsch informiert. Denn ich war da schon auf dem Weg zum Baggage Claim. Wenigstens konnte er ihr bestätigen, dass ich im Flieger drin sei. Auch wenn mein Name mal wieder dem anderen Geschlecht zugeordnet worden ist 🙂 Anders kann man „Ja, sie war an Bord“ wohl nicht interpretieren. Aber hey! Ich bin da und es kann zum zuhause auf Zeit gehen, nach Shoreview. Von der Fahrt habe ich echt nicht viel mitbekommen. Es war ja schon dunkel und ich war hundemüde nach dem langen Flug. Irgendwann durfte ich dann endlich ins gemütliche Bett fallen und schlafen.

Ja, so war das. Im nächsten Teil gehts dann das erste Mal auf Entdeckungsreise, natürlich nicht ohne einen gehörigen Kulturschock 🙂

#1 USA 2007 – Sind wir schon da??

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Obwohl es schon eine kleine Weile her ist, möchte ich Euch heute gerne von einer ganz besonderen Reise berichten. Diese Reise führte mich das erste Mal in meinem Leben ganz allein in die weite Welt hinaus. Ganz spezieller Dank gilt dabei meiner lieben Tante in Minnesota die das erst möglich gemacht hat! Der Wunsch sie in den Staaten zu besuchen bestand schon lange. Trotzdem kamen die konkreten Reisepläne im Januar 2007 eher spontan. Wir hatten wie so oft schon über die Möglichkeit einer solchen Reise gesprochen und diesmal auch mal konkrete Termine herausgefunden an denen es uns beiden passen würde. Nur mal so zum Gucken was Flüge so kosten würden bin ich dann mal in ein Reisebüro gestolpert und habe mir entsprechende Verbindungen heraussuchen lassen. Ein weiteres Gespräch mit ihr später richteten sich meine Schritte wieder in Richtung Reisebüro. Diesmal sollte ich nicht mit leeren Händen gehen. Zuhause konnte ich dann meine Eltern überaschen. Huhu, ich hab heute mal spontan Flüge in die USA gebucht! Mama war nicht so begeistert 🙂 Ganz allein so weit weg und dann auch noch mit dem Flugzeug! Papa hat es eher gelassen genommen, wenn ich mich recht erinnere. So stand dann fest, dass ich den Mai 2007 fast komplett in den Staaten verbringen würde. Machen wir mal einen kurzen Zeitsprung. An einem Samstagmorgen Anfang Mai klingelte der Wecker mich sehr früh aus dem Bett. Mein Bruder hatte sich zur Verfügung gestellt mich nach Düsseldorf zum Flughafen zu fahren. Meine Eltern würden dann dort zum Verabschieden zu uns stoßen. Ein typischer Urlaubsbeginnmorgen, nochmal alles checken. Ist alles da? Alle Papiere? Alles Geld? Kreditkarte? Ja! Alles vorhanden, es konnte also losgehen. Da es wirklich noch früh war, kamen wir auf menschenleeren Autobahnen recht flott voran. Da ich mal wieder viel zu viele Pannen einkalkuliert hatte, waren wir natürlich viel zu früh am Flughafen. Nichtmal der Schalter der Airline meiner Wahl hatte offen. Denn natürlich waren keine der Pannen eingetreten 🙂 Aber so bin ich nun mal. Nutze ich die Zeit jetzt eben um kurz ein paar Infos über den Reiseverlauf loszuwerden: Los gehen sollte es um 9:20 Uhr mit Delta Airlines nach Atlanta. Von dort dann weiter mit Delta Connections nach Minneapolis. So gegen 18 Uhr Ortszeit sollte ich im Bundesstaat Minnesota ankommen. Ah, ich sehe gerade, der Schalter macht auf. Also war ich wohl so ziemlich der Erste an dem Tag der für diesen Flug eincheckte. Da ich mich vorbereitet hatte, war mir so ungefähr klar was mich erwartete. Und tatsächlich: Man wollte das eine oder andere Detail zum Koffer wissen und auch die Adresse an der ich in den USA meinen Aufenthalt haben würde. Da war ich also nun noch mit der Dame dort beschäftigt als Michel sich gerne von mir verabschieden wollte um wieder abdampfen zu können. Er hatte noch was vor an dem Tag. Leider durfte er in den Check-In-Bereich nicht herein und wurde wieder weggeschickt. So musste er dann doch warten bis ich mit Kofferweggeben und Bordkarten entgegennehmen fertig war. Wenig später entschloss ich mich dann langsam mal die Sicherheitskontrollen hinter mich zu bringen. Das hieß nun für meine Eltern Abschied nehmen. Leider habe ich mich nicht nochmal umgedreht um zu winken. Irgendwie war ich schon zu sehr auf die ganzen Kontrollen konzentriert. Fand Mama nicht ganz so toll. Nach dem allseits bekannten Durchleuchten und Abtasten kam dann etwas für mich neues: Kontrolle des Reisepasses. Jetzt war klar: Ich verlasse Europa 🙂 Am Gate war ich zunächst auch noch ein wenig einsam. Langsam kamen aber immer mehr Menschen dazu und bald schon fand sich auch mein Transportmittel am Gate ein. Eine Boeing 767 der Delta Airlines. Schon spannend, in so einem großen Flieger habe ich noch nie vorher gesessen. Warum das Deboarding nicht über den Jetway gemacht wurde habe ich nicht ganz verstanden. Jedenfalls fand das Boarding dann über den Jetway statt und das fand ich gut so. Wenige Minuten später durfte ich dann endlich an Bord gehen. Natürlich hatte ich mir einen Fensterplatz genehmigt 🙂 Dort habe ich es mir auch erstmal gemütlich geamcht. Auch der Sitz neben mir wurde rasch besetzt. Spannenderweise mit jemandem den ich aus dem Fernsehen kenne 🙂 Was noch spannender war: Die Herrschaften in der Reihe vor uns hatten wohl beschlossen heute nicht zu fliegen. So konnten wir uns auf beide Reihen ausbreiten und jeder hatte viel mehr Platz! So hatten wir beide wohl an diesem Tag den meisten Platz, zumindest in der Economy-Section des Flugzeuges. Und schon ging es los! Und so vielleicht 20 oder 30 Minuten nach dem Start wurde mir dann so langsam bewusst was ich da an jenem schicksalhaften Tag im Januar begonnen hatte. Ich flog ganz auf mich allein gestellt in ein völlig fremdes Land auf einem völlig anderen Kontinent. Und bevor ich bei meiner Tante ankommen würde stand noch ein Umsteigen an einem fremdem Flughafen weit, weit weg von zuhause an. Naja, ich hatte ja jetzt ca. 8,5 Stunden Zeit mich seelisch darauf vorzubereiten. Die nächsten Stunden habe ich dann einfach mal meine ersten Erfahrungen in Sachen Langstreckenflüge gesammelt. Viel passiert ist nicht. Es gab leckeres Essen und Filme die ich schon längst wieder vergessen habe. Es war ein ausnahmslos ruhiger Flug ohne Zwischenfälle. Ab und an hat es mal ein wenig geschüttelt. Irgendwann nach dem Mittagessen waren wir dann endlich wieder über Festland. Wenig später bin ich das erste Mal auf Sichtweite an New York herangekommen. Man konnte in der Ferne die Skyline von Manhatten sehen und die Karte auf dem Monitor bestätigte diesen Verdacht. Nochmal 2 Stunden später gab es nochmal was zu essen. Eine sehr leckere Spinatpizza. Erst konnte ich mich ja nicht so wurklich mit dem Gedanken anfreunden. Aber die angebotene Alternative passte mir noch weniger. Heute weiß ich: Spinatpizza kann echt lecker sein! Kurz nach dem letzen Krümel Pizza begann die Crew den Sinkflug in Richtung Atlanta. Es war ein warmer, feuchter Tag in Georgia daher tauchten wir recht bald in ein komplexes Wolkensystem mit vielen Schichten ein. Viele Kurven später hielt ich den Captain für einen echt sportlichen Fliegertypen. Der Anflug fühlte sich jedenfalls sehr sportlich an. Boden gabs zwar noch keinen zu sehen, dafür aber eben viele schöne Kurven. Irgendwann, ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, kam endlich der Boden in Sicht. Das erste Mal Amerika sehen!! 10 Minuten später durfte ich den Flieger verlassen und es ging durch schier endlose Gänge in Richtung Immigration. Ich hatte zwar 3 Stunden Zeit bis mein Anschlussflug startete, doch wollte ich trotzdem keine Zeit verschwenden. Offenbar war unsere Maschine aber zu dem Zeitpunkt die einzige internationale Ankunft denn die Immigration-Hall wirkte ziemlich ausgestorben. Nach nur 10 Minuten durfte ich dem Officer den Grund meiner Reise erklären. Zwar hatte ich erst ein wenig Probleme den Südstaaten-Slang zu verstehen aber er merkte das und sprach langsamer. Nach der erfolgreichen Einreise in die USA war Koffer holen angesagt. Zwar war hier noch nicht meine Endstation doch muss man mit seinem Koffer selber durch den Zoll gehen. Danach verschwindet der Koffer wieder auf einem Band und dann hoffentlich im richtigen Flugzeug. Hier traf ich einen netten Kölner der mit mir im Flugzeug gewesen war. Zusammen wollten wir die kommende Wartezeit ein wenig verbringen. Doch halt! Ein Officer mit Hund wollte was von uns. Ah, Drogenkontrolle. Witzig, hatte ich auch noch nicht. Also Jack eund Rucksack ablegen und vom Hund beschnüffeln lassen. Eine Treppe später standen wir im Haupteil des Terminals wo ich das erste Mal in meinem Leben mit Dollar bezahlt habe. Ich werde diesen Eistee wohl auch nie wieder vergessen 🙂 Langsam wurde es für uns beide Zeit sich zum nächsten Terminal zu begeben. Für ihn war das leider ein anderes, also nahmen wir hier Abschied. Wir würden uns aber wiedertreffen denn er flog mit der selben Maschine wie ich wieder nach Hause. Mit einem Shuttlezug bin ich dann zum Terminal gefahren an dem mein Flug nach Minneapolis abgehen sollte. Tja, es lag noch ein wenig vor mir bevor ich endlich in Minneapolis ankommen würde…….

Wie und ob ich wirklich da ankam wo ich hin wollte erfahrt ihr im nächsten Teil: „Nein, sie war nicht an Bord….“ Falls ihr mögt 😉

Die Sache mit dem Winter…..

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Tja, da war ich doch eigentlich mal ganz glücklich mit der momentanen Entwicklung da macht mir das Wetter schon wieder einen Strich durch die Rechnung. All der schöne Schnee vergeht jetzt im Regen zu einer unansehnlichen und unpraktischen Matsche. Schade 😦
Tja, immerhin für ein paar Tage hat sich das mal wie richtiger Winter angefühlt.