Obwohl es schon eine kleine Weile her ist, möchte ich Euch heute gerne von einer ganz besonderen Reise berichten. Diese Reise führte mich das erste Mal in meinem Leben ganz allein in die weite Welt hinaus. Ganz spezieller Dank gilt dabei meiner lieben Tante in Minnesota die das erst möglich gemacht hat! Der Wunsch sie in den Staaten zu besuchen bestand schon lange. Trotzdem kamen die konkreten Reisepläne im Januar 2007 eher spontan. Wir hatten wie so oft schon über die Möglichkeit einer solchen Reise gesprochen und diesmal auch mal konkrete Termine herausgefunden an denen es uns beiden passen würde. Nur mal so zum Gucken was Flüge so kosten würden bin ich dann mal in ein Reisebüro gestolpert und habe mir entsprechende Verbindungen heraussuchen lassen. Ein weiteres Gespräch mit ihr später richteten sich meine Schritte wieder in Richtung Reisebüro. Diesmal sollte ich nicht mit leeren Händen gehen. Zuhause konnte ich dann meine Eltern überaschen. Huhu, ich hab heute mal spontan Flüge in die USA gebucht! Mama war nicht so begeistert 🙂 Ganz allein so weit weg und dann auch noch mit dem Flugzeug! Papa hat es eher gelassen genommen, wenn ich mich recht erinnere. So stand dann fest, dass ich den Mai 2007 fast komplett in den Staaten verbringen würde. Machen wir mal einen kurzen Zeitsprung. An einem Samstagmorgen Anfang Mai klingelte der Wecker mich sehr früh aus dem Bett. Mein Bruder hatte sich zur Verfügung gestellt mich nach Düsseldorf zum Flughafen zu fahren. Meine Eltern würden dann dort zum Verabschieden zu uns stoßen. Ein typischer Urlaubsbeginnmorgen, nochmal alles checken. Ist alles da? Alle Papiere? Alles Geld? Kreditkarte? Ja! Alles vorhanden, es konnte also losgehen. Da es wirklich noch früh war, kamen wir auf menschenleeren Autobahnen recht flott voran. Da ich mal wieder viel zu viele Pannen einkalkuliert hatte, waren wir natürlich viel zu früh am Flughafen. Nichtmal der Schalter der Airline meiner Wahl hatte offen. Denn natürlich waren keine der Pannen eingetreten 🙂 Aber so bin ich nun mal. Nutze ich die Zeit jetzt eben um kurz ein paar Infos über den Reiseverlauf loszuwerden: Los gehen sollte es um 9:20 Uhr mit Delta Airlines nach Atlanta. Von dort dann weiter mit Delta Connections nach Minneapolis. So gegen 18 Uhr Ortszeit sollte ich im Bundesstaat Minnesota ankommen. Ah, ich sehe gerade, der Schalter macht auf. Also war ich wohl so ziemlich der Erste an dem Tag der für diesen Flug eincheckte. Da ich mich vorbereitet hatte, war mir so ungefähr klar was mich erwartete. Und tatsächlich: Man wollte das eine oder andere Detail zum Koffer wissen und auch die Adresse an der ich in den USA meinen Aufenthalt haben würde. Da war ich also nun noch mit der Dame dort beschäftigt als Michel sich gerne von mir verabschieden wollte um wieder abdampfen zu können. Er hatte noch was vor an dem Tag. Leider durfte er in den Check-In-Bereich nicht herein und wurde wieder weggeschickt. So musste er dann doch warten bis ich mit Kofferweggeben und Bordkarten entgegennehmen fertig war. Wenig später entschloss ich mich dann langsam mal die Sicherheitskontrollen hinter mich zu bringen. Das hieß nun für meine Eltern Abschied nehmen. Leider habe ich mich nicht nochmal umgedreht um zu winken. Irgendwie war ich schon zu sehr auf die ganzen Kontrollen konzentriert. Fand Mama nicht ganz so toll. Nach dem allseits bekannten Durchleuchten und Abtasten kam dann etwas für mich neues: Kontrolle des Reisepasses. Jetzt war klar: Ich verlasse Europa 🙂 Am Gate war ich zunächst auch noch ein wenig einsam. Langsam kamen aber immer mehr Menschen dazu und bald schon fand sich auch mein Transportmittel am Gate ein. Eine Boeing 767 der Delta Airlines. Schon spannend, in so einem großen Flieger habe ich noch nie vorher gesessen. Warum das Deboarding nicht über den Jetway gemacht wurde habe ich nicht ganz verstanden. Jedenfalls fand das Boarding dann über den Jetway statt und das fand ich gut so. Wenige Minuten später durfte ich dann endlich an Bord gehen. Natürlich hatte ich mir einen Fensterplatz genehmigt 🙂 Dort habe ich es mir auch erstmal gemütlich geamcht. Auch der Sitz neben mir wurde rasch besetzt. Spannenderweise mit jemandem den ich aus dem Fernsehen kenne 🙂 Was noch spannender war: Die Herrschaften in der Reihe vor uns hatten wohl beschlossen heute nicht zu fliegen. So konnten wir uns auf beide Reihen ausbreiten und jeder hatte viel mehr Platz! So hatten wir beide wohl an diesem Tag den meisten Platz, zumindest in der Economy-Section des Flugzeuges. Und schon ging es los! Und so vielleicht 20 oder 30 Minuten nach dem Start wurde mir dann so langsam bewusst was ich da an jenem schicksalhaften Tag im Januar begonnen hatte. Ich flog ganz auf mich allein gestellt in ein völlig fremdes Land auf einem völlig anderen Kontinent. Und bevor ich bei meiner Tante ankommen würde stand noch ein Umsteigen an einem fremdem Flughafen weit, weit weg von zuhause an. Naja, ich hatte ja jetzt ca. 8,5 Stunden Zeit mich seelisch darauf vorzubereiten. Die nächsten Stunden habe ich dann einfach mal meine ersten Erfahrungen in Sachen Langstreckenflüge gesammelt. Viel passiert ist nicht. Es gab leckeres Essen und Filme die ich schon längst wieder vergessen habe. Es war ein ausnahmslos ruhiger Flug ohne Zwischenfälle. Ab und an hat es mal ein wenig geschüttelt. Irgendwann nach dem Mittagessen waren wir dann endlich wieder über Festland. Wenig später bin ich das erste Mal auf Sichtweite an New York herangekommen. Man konnte in der Ferne die Skyline von Manhatten sehen und die Karte auf dem Monitor bestätigte diesen Verdacht. Nochmal 2 Stunden später gab es nochmal was zu essen. Eine sehr leckere Spinatpizza. Erst konnte ich mich ja nicht so wurklich mit dem Gedanken anfreunden. Aber die angebotene Alternative passte mir noch weniger. Heute weiß ich: Spinatpizza kann echt lecker sein! Kurz nach dem letzen Krümel Pizza begann die Crew den Sinkflug in Richtung Atlanta. Es war ein warmer, feuchter Tag in Georgia daher tauchten wir recht bald in ein komplexes Wolkensystem mit vielen Schichten ein. Viele Kurven später hielt ich den Captain für einen echt sportlichen Fliegertypen. Der Anflug fühlte sich jedenfalls sehr sportlich an. Boden gabs zwar noch keinen zu sehen, dafür aber eben viele schöne Kurven. Irgendwann, ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, kam endlich der Boden in Sicht. Das erste Mal Amerika sehen!! 10 Minuten später durfte ich den Flieger verlassen und es ging durch schier endlose Gänge in Richtung Immigration. Ich hatte zwar 3 Stunden Zeit bis mein Anschlussflug startete, doch wollte ich trotzdem keine Zeit verschwenden. Offenbar war unsere Maschine aber zu dem Zeitpunkt die einzige internationale Ankunft denn die Immigration-Hall wirkte ziemlich ausgestorben. Nach nur 10 Minuten durfte ich dem Officer den Grund meiner Reise erklären. Zwar hatte ich erst ein wenig Probleme den Südstaaten-Slang zu verstehen aber er merkte das und sprach langsamer. Nach der erfolgreichen Einreise in die USA war Koffer holen angesagt. Zwar war hier noch nicht meine Endstation doch muss man mit seinem Koffer selber durch den Zoll gehen. Danach verschwindet der Koffer wieder auf einem Band und dann hoffentlich im richtigen Flugzeug. Hier traf ich einen netten Kölner der mit mir im Flugzeug gewesen war. Zusammen wollten wir die kommende Wartezeit ein wenig verbringen. Doch halt! Ein Officer mit Hund wollte was von uns. Ah, Drogenkontrolle. Witzig, hatte ich auch noch nicht. Also Jack eund Rucksack ablegen und vom Hund beschnüffeln lassen. Eine Treppe später standen wir im Haupteil des Terminals wo ich das erste Mal in meinem Leben mit Dollar bezahlt habe. Ich werde diesen Eistee wohl auch nie wieder vergessen 🙂 Langsam wurde es für uns beide Zeit sich zum nächsten Terminal zu begeben. Für ihn war das leider ein anderes, also nahmen wir hier Abschied. Wir würden uns aber wiedertreffen denn er flog mit der selben Maschine wie ich wieder nach Hause. Mit einem Shuttlezug bin ich dann zum Terminal gefahren an dem mein Flug nach Minneapolis abgehen sollte. Tja, es lag noch ein wenig vor mir bevor ich endlich in Minneapolis ankommen würde…….

Wie und ob ich wirklich da ankam wo ich hin wollte erfahrt ihr im nächsten Teil: „Nein, sie war nicht an Bord….“ Falls ihr mögt 😉

Advertisements