Von meiner ersten Nacht in den USA habe ich kaum etwas mitbekommen. Die meiste  Zeit habe ich tief und fest geschlafen. Sonntagmorgen habe ich dann das erste Mal Brigadoon Drive bei Tag in Augenschein nehmen können. Danach stand natürlich erst  mal Frühstücken auf der Tagesordnung. Dank des tollen Wetters an diesem Tag waren die Strapazen der langen Reise schnell vergessen. Und auch vom Jet-Lag hatte ich bisher noch nicht viel mitbekommen. An diesem Morgen durfte ich mich auch das erste Mal wundern. Denn nach dem Frühstück wollten wir schnell mal zum Aldi fahren ein paar Sachen einkaufen. Ähem, wie bitte? Es gibt hier einen Aldi? Und der hat auch noch Sonntags auf? Tatsache, es gibt Aldi in den USA und er hat Sonntags auf. Wenige Minuten mit dem Auto später stand ich auch das erste Mal vor einem amerikanischen Aldi und vor den Einkaufswagen. Hier durfte ich dann mal kräftig schmunzeln. Denn was für uns völlig selbstverständlich ist bedarf hierzulande wohl noch Erklärungsbedarf. Wir stecken ohne lange drüber nachzudenken einen Euro in den Schlitz und fahren mit dem Einkaufswagen von dannen. In den Staaten ist das normalerweise anders, hier gibt es Einkaufswagen ohne Pfand. Nur nicht bei Aldi, die möchten einen Quarter geliehen haben. Und damit der Durchschnittsami das auch versteht hängt über den Wagen ein großes Schild, das einem erklärt warum man hier einen Quarter reinstecken soll. Das senkt nämlich die Preise! Aldi stellt niemanden an um auf dem Parkplatz die stehen gelassenen Einkaufswagen einzusammeln. Woanders scheint das hier wohl üblich zu sein. Drinnen fühlt man sich dann fast wie zuhause. Natürlich gibt es hier andere Produkte, aber im Grunde sieht ein amerikanischer Aldi nicht viel anders aus als ein deutscher.

Danach sollte es noch schnell zur Bank gehen. Natürlich auch wieder mit dem Auto. Irgendwie ist hier einfach alles nur auf Autos ausgerichtet. So braucht man zum Geldabheben auch gar nicht aus dem Auto auszusteigen. Praktischerweise gibt es einen Autoschalter. Da wundert einen die Figur von so machem Einheimischen nicht merh wirklich.

Einer der ersten Ausflüge führte uns auch an den Mississippi.  Den Fluss kannte ich bisher auch nur aus Lucky Luke Comics. Außerdem durfte ich ab und an auch mal das Steuer übernehmen um mich für die kommenden längeren Fahrten schon mal ein wenig an die US-Verkehrsregeln zu gewöhnen. Autofahren in den Staaten macht sehr viel Spaß. Vor allem wenn man die Fahrerei in Europa und speziell in Deutschland gewohnt ist. Insgesamt ist einfach alles viel größer und entspannter. Der Verkehr ist lange nicht so dicht wie bei uns. Am praktischsten finde ich das 4-Stopp-System. An Kreuzungen gibt es einfach 4 Stoppschilder und jeder hält grundsätzlich erstmal an.Wer zuerst kommt darf auch als erster wieder fahren. Oder man einigt sich mit den anderen Beteiligten. Grundsätzlich darf man auch an roten Ampeln einfach rechts abbiegen, natürlich auch nur wenn frei ist 🙂 Was mich überrascht hat, ist die Tatsache wie schnell man sich von KPH auf MPH umstellen kann. Nach 2 Tagen waren innerorts nicht mehr 50 normal sondern 35. Und auch der Blick für die etwas anders gestalteten Schilder stellte sich rasch ein.

In diesen ersten Tagen lernte ich die nähere Umgebung von Shoreview sowie Saint Paul kennen. Es gingen aber auch die Planungen für die erste größere Tour los. Die Fahrt sollte uns nach Norden nach Duluth und den Lake Superior führen. Einer der großen Seen. Dort würde es noch deutlich kühler sein als hier aber dafür würde es auch viel großartige Natur zu sehen geben. So hieß es also für mich eine Tasche packen mit den Sachen von denen ich der Meinung war ich könnte sie an den paar Tagen gut gebrauchen. Der Rest samt Koffer würde in Shoreview zurückbleiben.  Insgesamt galt es 145 Meilen auf der I35 zurückzulegen.

Was ich auf der Fahrt nach Duluth und am Lake Superior erlebt habe gibts dann im 4. Teil zu lesen. Also bleibt gespannt!

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