Ein kühler Samstagmorgen in Petersburg, Alaska. In einem der schönen kleinen Holzhäuser klingelt das Telefon. Peter Jefferson, genannt Pete, wacht auf und nimmt den Hörer ab. „Ja, wer stört?…..Was?…..Eigentlich hab ich heute meinen freien Tag, das wisst ihr schon?…….Ok…..Ja, ich bin ja schon unterwegs!“

Normalerweise hatte Pete für heute einen schönen Angelausflug geplant aber daraus wird wohl erst mal nichts werden. Ein Kollege ist krank geworden und am DeBoers Lake wartet eine junge Wandererin und möchte gerne abgeholt werden. Pete schmeißt sich in seine Klamotten und jagt dann noch einen Kaffee den Rachen hinunter. Kurz darauf sitzt er schon im Pick-up und ist auf dem Weg zur Seaplane-Base von Petersburg. Das Wetter soll heute schön recht schön werden und der Trip zum DeBoers Lake ist wirklich nur ganz kurz. Vielleicht eine Stunde oder so wird er heute unterwegs sein, denkt sich Pete und parkt den Wagen vor dem Büro. Am Schlüsselbrett hängt nur noch ein Schlüssel. Er gehört zu einer knallgelben Piper Cub mit Schwimmern. Eigentlich das ideale Flugzeug für diesen kleinen Einsatz. Schnell checkt Pete die wichtigsten Sachen. Der Tank ist fast voll, der Ölstand sieht auch gut aus und auch sonst hat er an diesem Morgen keine Beanstandungen. Zurück im Büro füllt er schnell noch den Flugplan aus und schnappt sich die Karten die er heute benötigen wird. Oder eigentlich auch nicht. Pete kennt die Tongass Fjords wie seine Westentasche. Seit Jahren fliegt er hier schon für verschiedene Unternehmen Passagiere und Fracht.

So, eigentlich kann es jetzt losgehen. Pete wirft den Motor an und lässt ihn warmlaufen. Währendessen hört er nochmal die aktuelle ATIS ab und meldet sich anschließend beim Tower vom Petersburg Airfield. Rasch werden die neuesten Infos an diesem Morgen ausgetauscht und dann meldet die Anzeige für die Öltemperatur einen zufriedenstellenden Wert. Langsam schiebt Pete den Leistungsregler nach vorne und wendet die Nase der Cub gen offenen Hafen. Das freie Gewässer vor sich schiebt er den Regler weiter nach vorne und lässt die Cub auf dem Wasser beschleunigen. Nach einer kurzen Strecke verlassen die Schwimmer das Wasser und langsam steigt die Cub ihrem Element entgegen. Erst einmal wird Pete den Frederick Sound überqueren und dann an der Küste entlang in Richtung Norden fliegen. Er lässt die Cub noch ein wenig steigen und trimmt die Maschine für den Geradeausflug.

Nach kurzer Zeit erreicht er die Thomas Bay. Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück zum DeBoers Lake. Pete lässt die Cub sinken und nimmt schonmal Maß für die Landung auf dem See. Ganz am anderen Ende steht eine Hütte die immer wieder an Wanderer und Angler vermietet wird. Und da steht auch schon die junge Lady und winkt. Pete lässt die Cub dicht über dem Wasser ausschweben und tuckert langsam Richtung Ufer. Wenige Meter vor dem Kies schaltet Pete den Motor aus und lässt das Flugzeug langsam treiben. Er klappt die Tür auf und die kühle Morgenluft weht in die Kabine. „Hi, ich bin Pete! Sieht so aus als hätten wir nen Termin heut morgen!“ Sie lachtund wirft ihm ihren Rucksack zu. Der ist rasch verstaut und auch der Passagier ist nach einem kurzen Hüpfer sicher an Bord gelangt. Auch sie stellt sich kurz vor, Kate Stevens heißt sie und war ganze 2 Wochen allein hier in der Wildnis unterwegs.

Nur 5 Minuten später dreht sich der Propeller schon wieder und Pete beschleunigt um abzuheben. Die Sonne scheint und erwärmt die Luft am Boden. Na, der Rückflug könnte also etwas holprig werden. Hoffentlich hat Kate einen stabilen Magen. Denn die berühmten Tüten gehören nicht zur Grundausstattung dieser Piper. Kurz darauf liegt wieder der Frederick Sound unter ihnen und nach Petersburg sind es nur noch wenige Flugminuten. Es scheint das Kate ganz Wetterfest ist. Jedenfalls scheint ihr der Flug zu gefallen. Gegen Ende dreht Pete nocheinmal eine kurze Runde über Petersburg um dann die Maschine sicher im Hafen zu landen. Er legt gleich an der Tankstelle an denn die Piper könnte wieder ein wenig Sprit vertragen. Kate hat sich ziemlich schnellverabschiedet, sie muss ihren Anschluss mit Alaska Airlines am Flughafen bekommen.

Derweil macht Pete die Piper wieder am Dock fest, trägt den Flug in sein Logbuch ein und hängt anschließend den Schlüssel wieder weg. Und dann geht es ab nach Hause. Denn schließlich hat er ja heute eigentlich frei und da wartet sicher noch ein dicker Fisch auf ihn in irgendeinem schönen See in der Nähe.

Doch der nächste Auftrag kommt bestimmt und dann wird Pete sich wieder gerne in die Lüfte über den Tongass Fjords erheben.

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